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13 größte Kassenmisserfolge der letzten zehn Jahre

Das Filmschaffen ist eine gewagte Sache, vor allem aus der finanziellen Sicht. Selbst die erfahrenen Hollywood-Analytiker können nicht immer voraussagen, was von den Zuschauern gut angenommen wird, und was sie ignorieren werden. Deshalb investieren die Filmstudien enorme Beträge in die Produktion und Promotion von Filmen auf gut Glück und bekommen als Ergebnis… Nichts bekommen sie im Ergebnis, es ist schon gut, wenn man nicht Pleite geht. Es gibt eine Menge von Beispielen dafür, aber heute haben wir beschlossen, die böse Dreizehn der relativ frischen Loserfilme aufzuzählen. Jeder davon hat ein Budget von ab 100 Millionen US-Dollar, und die Einspielergebnisse sind nicht nur übel, sondern auch demütigend.

 

Wolfman

 

Bei Vorhandensein eines geschickten Teams kann man einen Horrorfilm für Pfennige drehen, dann decken sogar die bescheidendsten Kasseneinnahmen vielfach die Produktion. Am Remake des eigenen Klassikers wollte das Studio Universal aber nicht sparen – „Wolfman“ erhielt die für dieses Genre unglaublich wenigen 150 Millionen US-Dollar. Das Studio lud Benicio del Toro, Anthony Hopkins und Hugo Weaving für die Hauptrollen ein, das Drehbuch wurde vom Autor von „Sleepy Hollow“ Andrew Kevin Walker geschrieben, und die Musik wurde von Danny Elfman komponiert. Dazu kommen die Naturaufnahmen, die hochqualitative Grafik, das komplizierteste Make-up… Die Ausmaße waren also wie bei einem Kassenschlager.

 

Allerdings verstand der Präsident von Universal Ron Meyer bereits bei der Voraufführung, dass das Studio tatsächlich ein Monstrum geschaffen hat. Nur aber nicht in dem Sinne, wie es geplant wurde. Die Bedenken von Meyer wurden von Kritikern bestätigt, die den Horrorfilm einer Todsünde beschuldigt hatten: dieser war nicht im Geringsten schauererregend und dazu noch zum Gotterbarmen zähflüssig. Die Zuschauer zeigten auch kein besonderes Interesse an der unmodernen Gruselgeschichte über einen Werwolf: Der Film sammelte weniger als 140 Millionen US-Dollar ein, und um wenigstens die Kosten zu decken, müsste es doppelt so viel sein. Seit dieser Zeit will niemand mehr das Risiko eingehen, einem Horrorfilm solch ein hohes Budget bereitzustellen.

 

Ben Hur

 

Der Sandalenfilm „Ben Hur“ aus dem Jahr 1959 ist einer der beliebtesten westlichen Filme. Er bekam elf (!) Oscar-Auszeichnungen, deckte sein Budget um das Elffache und erlangte einen Kultstatus bei den Zuschauern jeglicher Konfession. An das Remake von solch einem Werk heranzugehen ist nicht nur ein Risiko, sondern ein purer Selbstmord. Die Chefs von Paramount und MGM meinten anscheinend, dass die junge Generation diesen Klassiker nicht gesehen hat, deshalb kann man die biblische Geschichte in eine Action nach Art von „Gladiator“ oder „300“ verwandeln. Natürlich mit einer P13-Freigabe, um das Publikum mit Kindern nicht zu verschrecken.

 

Für diese Freveltat wurde Timur Bekmambetow beautragt, der in Hollywood nach seinem erfolgreichen Filmcomic „Wanted“ berühmt wurde. Der Regisseur behauptet, dass er sich zunächst weigerte, aber nach der Durchsicht des Drehbuchs doch an das Projekt geglaubt hatte. Es wäre doch besser, wenn er bei seiner Rede geblieben wäre. Natürlich hat man das Projekt durch den Dreck gezogen, aber nicht nur wegen der Vergreifung an dem Heiligtum. Der Film ist einfach sehr schwach geworden, und der Kontrast mit seinem großartigen Vorgänger verstärkte den negativen Eindruck noch mehr. Das Ergebnis sind 94 Millionen US-Dollar Kasseneinnahmen weltweit bei einem Budget von 100 Millionen. Damit war auch Schluss mit der Hollywood-Karriere von Bekmambetow als Regisseur.

 

Woher weißt du, dass es Liebe ist (Originaltitel: How Do You Know)

 

Im Jahre 1997 schrieb und drehte der Autor von „The Simpsons“ James L. Brooks die begeisternde Komödie „Besser geht’s nicht“ (Originaltitel: „As Good as It Gets“), die Jack Nicholson den dritten Oscar brachte, für den Oscar in mehreren Kategorien nominiert wurde und ein gutes Einspielergebnis hatte. Dreizehn Jahre später wollte der Regisseur seinen Erfolg wiederholen, aber diesmal war das Erebnis ein komplettes Gegenteil davon.

 

Nach Maßen der 1990er Jahre ist „Woher weißt du, dass es Liebe ist“ ein pures Goldstück. Es ist eine nette dialogische Dramedy, wo Reese Witherspoon, Owen Wilson, Paul Rudd und Jack Nicholson mitspielten. In den 2010er Jahren war alleine eine tolle Besetzung für die Zuschauer nicht mehr ausreichend, und die klischeehafte Geschichte über ein Mädchen, die sich zwischen zwei Männern nicht entscheiden konnte, lockte nicht wirklich viele Zuschauer ins Kino. Im Ergebnis sammelte der Film mit Mühe knapp über 48 US-Dollar ein bei einem Budget von 120 Millionen. Woher aber so viel? Nur für die Honorare wurde mehr als die Hälfte davon ausgegeben, und die Produktion hatte sich auch sehr hinausgezogen.

 

Es ist gut möglich, dass „Woher weißt du, dass es Liebe ist“ die letzte Arbeit von Jack Nicholson war. Jetzt begab sich der 82-jährige Schauspieler in den Ruhestand und hat nicht mehr vor, ins Kino zurückzukommen. Es ist nur bitter, dass das Finale solch einer herausragender Karriere so verwischt geworden ist.

 

Milo und Mars (Originaltitel: Mars needs Moms)

 

Noch am Anfang der Nuller Jahre begeisterte sich Robert Zemeckis für die Technologie „motion capture“. Und wenn sein erstes Experiment auf diesem Gebiet, „Der Polarexpress“, von den Kritikern gnädig angenommen wurde, empfand man „Die Legende von Beowulf“ und „Disneys Eine Weihnachsgeschichte“ mit Vorsicht, denn die Tölpel mit menschlicher Mimik sahen echt scheußlich aus. Und der Technologie selbst widmete man in den Trickfilmen viel mehr Aufmerksamkeit als der Handlung oder den Figuren. In „Milo und Mars“, der von Simon Wells unter Aufsicht von Zemeckis gedreht wurde, erreichten all diese Probleme einfach enorme Außmaße. Jemand aus dem Studio beschloss, dass es eine gute Idee ist, den vierzigjährigen Seth Green die Rolle eines kleinen Jungen spielen zu lassen. So wie es eine gute Idee ist, einer Marsbewohnerin die Schenkel von Jennifer Lopez zu zeichnen. Und überhaupt sind alle Figuren äußerst abstoßend, nervig und einfach schrecklich geworden – der Effekt der Akzeptanzlücke wirkt hier bis zum Äußersten.

Es ist gar nicht erstaunlich, dass die Zuschauer sich die daraus gewordene Freak-Show nicht anschauen wollten, deshalb sammelte der Film nur bedauernswerte 39 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 150 Millionen.

 

R.I.P.D.

 

Die Wiederholbarkeit ist kein Verbrechen, besonders in Hollywood. In dem Filmuniversum Marvel wird die Formel des ersten „Iron Man“ sogar in mehreren Filmen hintereinander verwendet. Und „Avatar“ hat zum Beispiel die Handlungen von „Pocahontas“ und „Der mit dem Wolf tanzt“ komplett abkopiert, was nicht verhinderte, dass er zwei Milliarden US-Dollar einspielte und die Liebe der Zuschauer eroborte. Das Wichtigste ist es, den fremden Stoff gekonnt zu adaptieren.

 

Die Autoren von „R.I.P.D.“ konnten diese Aufgabe aber nicht bewältigen. Obwohl der Film formal auf dem gleichnamigen Comic basiert (der allerdings gar nicht so populär ist), sieht man überall die Spuren von „Men in Black“. Nur ist es dem Regisseur Robert Schwentke nicht gelungen, die Magie des Films von Barry Sonnenfeld wiederzugeben – in „R.I.P.D.“ spürt man nur die Verstimmung von Jeff Bridges und die Betroffenheit von Ryan Reynolds. Wahrscheinlich verstand das Studio, dass der Film der Kritik nicht standhalten kann, denn es gab ja nicht mal eine Pressevorführung. Obwohl es auch nicht geholfen hätte. Gleich nach der Premiere erhielt der Film schlechte Bewertungen und spielte 78 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 130 Millionen ein.

 

47 Ronin

 

Heutzutage erlebt die Karriere von Keanu Reeves eine richtige Renaissance dank der Trilogie „John Wick“, aber noch vor einigen Jahren war sie ganz auf dem Boden. In vielerlei Hinsicht wegen „47 Ronin“. Ursprünglich präsentierte man das Projekt als ein Hybrid aus „Gladiator“ und „Der Herr der Ringe“ im japanischen Stil – es klang äußerst ambitioniert und nicht weniger riskant.

 

Für die Realisierung dieser Idee stellte das Studio Universal enorme 175 Millionen US-Dollar bereit, dabei vertraute es solch ein Riesenprojekt dem angehenden Regisseur Carl Rinsch an. Wenn Sie diesen Namen zum ersten Mal hören, brauchen Sie sich nicht zu wundern – nach „47 Ronin“ drehte er keinen einzigen Film mehr. Der Regisseur konnte übrigens auch seinen ersten Film nicht zu Ende drehen: Sobald das Studio verstand, dass mit dem Projekt etwas nicht stimmt, wurde Rinsch abgesetzt.

 

Wegen der umfangreichen Neuaufnahmen vergrößerte sich das Budget bis auf 225 Millionen US-Dollar, und die Premiere wurde mehrmals aufgeschoben. Schließlich kam der Film zu Weihnachten 2013 heraus und brachte sich selbst damit an den Galgen: Die Fantasy-Fans haben sich noch nicht mal den zweiten „Hobbit“ angeschaut, und diejenigen, die auf klangvolle Namen standen, wurden viel mehr von „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio begeistert. In diesem ungleichen Kampf konnte „47 Ronin“ nur 151 Millionen US-Dollar einspielen.

 

Monster Trucks

 

Der Film „E.T. – Der Außerirdische“ von Steven Spielberg erschien vor siebenunddreißig Jahren, es kommen aber immer noch Nachmachungen heraus. Manchmal sind sie nicht weniger toll, wie zum Beispiel „Der Gigant aus dem All“, manchmal sind sie einfach lebenswert, wie „Bumblebee“. Und machmal kommt so etwas wie „Monster Trucks“…

 

Es fing damit an, dass Paramount Animation, die nicht wirklich erfolgreiche Tochter von dem großen Paramount, sich das vollwertige Franchise nach dem Typ von „Transformers“ gewünscht hat, nur für ein noch jüngeres Publikum. Dafür wurde Chris Wedge, der Regisseur von „Ice Age“ und „Robots“ beauftragt, und für die Produktion wurden 125 Millionen US-Dollar bereitgestellt –ordentlich viel Geld für ein Projekt nach einem Originaldrehbuch.

 

Original ist es jedoch eher nur förmlich – in Wirklichkeit sind „Monster Trucks“ beinahe der klischeehafteste Kinderfilm geworden, den man sich nur vorstellen kann. Die Figuren, die Situationen, die Witze – alles wurde von den erfolgreicheren Genrekollegen komplett nachgebildet. Das ist aber eher eine Beruhigung, weil es sonst sehr bitter wäre, wenn ein guter Film solch eine Niederlage hätte. Während der stillen Zeit nach den Feiertagen, bei fehlender Konkurrenz konnte „Monster Trucks“ mit Mühe und Not 64,5 Millionen US-Dollar zusammenkratzen.

 

Pan

 

Das Prequel von „Peter Pan“ kam noch im Jahre 2013 in die sogenannte „Blacklist“ – die jährliche Zusammenstellung von noch nicht verfilmten Drehbüchern, die von den einflussreichsten Produzenten Hollywoods angefertigt wird. Wir können wetten, dass Warner Bros. kein einziges Mal bereut hat, dass es beschloss, das Projekt neu aufleben zu lassen.

 

Die Probleme kamen, als die Besetzung bekanntgegeben wurde: für die Rolle des indischen Mädchens Tiger Lily lud man die weiße Rooney Mara ein. 2015 war solch eine „Aufhellung“ schon unverzeihlich, aber es waren kaum die Anschuldigungen an Rassismus und an kultureller Appropriation, die „Pan“ ruiniert haben – eher ist „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ schuldig, der eine Woche früher herauskam. Den Film konnte nicht mal der kahle Hugh Jackman retten, und „Pan“ spielte nur 128 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 150 Millionen ein. Deshalb braucht man auf ein Remake von „Pan“ von Disney in der nächsten Zeit nicht zu warten.

 

Robin Hood (2018)

 

 

Was das Studio Lionsgate dazu zwang, sich an die Geschichte von Robin Hood zu machen, ist ein großes Geheimnis. Wenn sogar der Film von Ridley Scott mit Russell Crowe in der Hauptrolle keinen großen Erfolg hatte, welche Chancen hatte dann die Version mit Taron Egerton? Oder rechnete die Direktion damit, dass der junge Schauspieler nach dem Erfolg von „Kingsman“ alles mögliche zum Erfolg machen könnte? Es gibt keine Antworten auf diese Fragen, dafür gibt es aber drei Nominierungen für die Goldene Himbeere, scheußliche 15% auf Rotten Tomatoes und 85 Millionen US-Dollar Einspielergebnisse weltweit bei einem Budget von 100 Millionen. Es ist erstaunlich, dass an diesem Misserfolg niemand außer dem Studio selbst gelitten hat: Egerton spielte in dem von Kritikern gelobten „Rocketman“, und der Regisseur Otto Bathurst kam zu den Serien zurück, die ihm viel besser gelingen, wenn man sich zum Beispiel „Peaky Blinders“ anschaut. Er verfilmte bereits die angepriesene Romanreihe „His Dark Materials“ und dreht jetzt die Verfilmung von Halo für den Sender Showtime.

 

Mortal Engines: Krieg der Städte

 

Steampunk hat kein Glück auf der Großleinwand. Filme in dieser Richtung kommen ein oder zwei Mal im Jahrzehnt, um unbedingt einzukrachen: zum Beispiel „Wild Wild West“ oder „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“. Aber „Mortal Engines: Krieg der Städte“ kann die Produzenten für mindestens fünfzehn Jahre von Steampunk abhalten.

 

Die Verfilmung der Romane von Philip Reeve beabsichtigte der Regisseur Peter Jackson noch im Jahre 2009. Als er sich aber an „Hobbit“ machte, übergab er das Projekt an seinen Freund und Schüler Christian Rivers, der an Spezialeffekten in „Der Herr der Ringe“ arbeitete. Das Team der Drehbuchautoren zog aus dieser Trilogie auch direkt um.

 

Im Grunde genommen versammelten sich am Drehort die besten Profis, sie konnten aber keine Magie der Mittelerde nochmals hinzaubern. „Mortal Engines: Krieg der Städte“ konnte weder die Kritiker noch die Blogger noch die Zuschauer beeindrucken. Alle bemerkten, dass der Film nicht schlecht aussieht, aber er strengt furchtbar mit seiner Anhäufung von Ereignissen und Figuren an. Die allgemeine Unzufriedenheit wirkte sich auch auf die Einspielergebnisse aus – katastrophale 83 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 150 Millionen. Das ist das schlimmste Ergebnis unter allen Steampunk-Streifen. Dem Buchautor selbst gefiel die Verfilmung allerdings sehr gut.

 

King Arthur: Legend of the Sword

 

Der Triumph von Marvel ließ mehr als ein Studio sich in das Abenteuer mit dem Aufbau des eigenen Filmuniversums verwickeln. Universal versuchte sogar zweimal, seine alten Monster neu aufleben zu lassen („Dracula Untold“ von 2014 und „Die Mumie“ von 2017), und Legendary versucht, Godzilla mit dem King Kong auf dem Bildschirm zusammenzuführen. Am stärksten zeichnete sich aber Warner Bros. aus. Die Direktion des Studios beschloss aus irgendwelchem Grund, das Camelot-Universum zu erschaffen – mit einem Soloprojekt über jeden Ritter der Tafelrunde einzeln sowie Sequels über ihre gemeinsamen Aventüren. Und das, obwohl der letzte Film über den König Arthur 2004 herauskam und keinen großen Erfolg hatte.

 

An die Spitze des Projekts wurde Guy Ritchie gestellt, der vorhin erfolgreich den anderen Helden Großbritanniens auferwecken ließ, nämlich Sherlock Holmes. Das Drehbuch wurde aus den Entwürfen von gleichzeitig mehreren abgesetzten Verfilmungen der Artusromane mit heißer Nagel genäht – damit der Stoff eben nicht verloren geht. Das hinterließ auch seine Spuren: Viele Kritiker betonten, dass „King Arthur: Legend of the Sword“ handlungstechnisch buchstäblich auseinanderbricht.

 

Nach den Ergebnissen der Pressevorführungen bekam der Film niederschmetternde Rezensionen, was die ohnehin geringe Chancen auf den erfolgreichen Start schwächte. Der Film scheiterte konsequent in Amerika, Europa und später in China. Zum Verleihschluss kam „King Arthur: Legend of the Sword“ mit dem Einspielergebnis von unter 150 Millionen US-Dollar bei einem Budget von 175 Millionen. Das war der zweite Misserfolg von Guy Ritchie in Folge – zwei Jahre früher hatte sein Film „Codename U.N.C.L.E.“ auch wenig Erfolg. Wenn nicht das Remake von „Aladdin“, könnte die Karriere des talentvollen Briten auf die schiefe Bahn geraten.

 

The Lone Ranger

 

Wer könnte denken, dass der ordentlich verschüttete Film „Die Maske des Zorro“ den Weg für einen der großartigsten Misserfolge in der Geschichte von Disney bereitet? Gerade auf der Welle der Popularität dieses Films begann Columbia Pictures im Jahre 2002 mit der Verfilmung der alten Serie über den Ranger mit Maske und seinen indianischen Gehilfen.

 

Wie es in der Filmindustrie oft vorkommt, wurde das Projekt zu einer Bauruine und kam um das Jahr 2007 herum in die Hände von Disney, das ihn noch weitere sechs Jahre hinausschob. Als es zu der unmittelbaren Produktion kam, beschloss die Korporation des Guten nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Als Regisseur wurde der Spielleiter von „Fluch der Karibik“ Gore Verbinski beaftragt, als Produzent – Jerry Bruckheimer, und die Rolle des Indianers Tonto übernahm der berühmte Johnny Depp.

 

Die Ausmaße der Produktion waren grandios. Für die Dreharbeiten baute man eine ganze Bergmannsstadt auf, und daneben legte man mehrere Kilometer Eisenbahn an, auf der echte Dampflokomotive rollten. Bei all diesem Prunk kostete der Film enorme 215 Millionen US-Dollar, und noch 150 Millionen wurden für das Marketing ausgegeben. Bei solchen Ausgaben musste „The Lone Ranger“ mindestens 650 Millionen einsammeln, um seine Kosten einzuspielen. Er sammelte jedoch nur 260 Millionen ein. Es findet sich heutzutage kaum jemand außer dem Medienimperium Disney, der solch ein Fiasko überleben kann.

 

John Carter – Zwischen zwei Welten

 

Das ist die größte ewige Baustelle und der furchtbarste Misserfolg nicht nur in den letzten zehn Jahren, sondern auch in der Geschichte der Weltkinematographie. „Die Prinzessin vom Mars“ von Edgar Rice Burrougs wollte man noch zu Lebzeiten des Autors verfilmen, nämlich in den 1930er Jahren. Dabei sollte der Film ursprünglich einer der ersten abendfüllenden Zeichentrickfilme werden. Diese Idee wurde allerdings nicht umgesetzt. Innerhalb von achtzig Jahren kam das Projekt über Dutzende von Händen durch und verwandelte sich bis zur Unkenntlichkeit. Zu unterschiedlichen Zeiten wollten sowohl George Lucas als auch Robert Rodriguez und Jon Favreau sich damit befassen. Letztendlich landete „John Carter vom Mars“ (so wurde der Film in den 2000er Jahren genannt) bei Disney, das ihn dem Regisseur von „Findet Nemo“ Andrew Stanton anvertraute. Allem Anschein nach hatte die Korporation vor, aus diesem Film ihren eigenen „Avatar“ zu machen, deshalb wurden dafür 250 Millionen US-Dollar bereitgestellt – selbst James Cameron hatte weniger.

 

Als der Film aber fertig war, entstand ein Problem – niemand aus dem Unternehmen wusste, wie man ihn promoten soll. Noch frisch waren die Erinnerungen an den Misserfolg von „Milo und Mars“ (Originaltitel: „Mars Needs Moms“), deshalb beschloss man, das Wort „Mars“ aus dem Titel herauszunehmen. Anscheinend dachte man im Unternehmen, dass das Publikum von dynamischen Trailern und eindrucksvollen Postern angelockt wird. Das funktionierte aber nicht. Nach den Verleihergebnissen verlor Disney 136 Millionen US-Dollar, was „John Carter – Zwischen zwei Welten“ zum unrentabelsten Film in der Geschichte machte.

 

Es ist nicht erstaunlich, dass der Präsident des Unternehmens Rich Ross zwei Monate nach der Premiere sein Amt niederlegte, indem er bekanntgab, dass er seinem professionellen Sinn nicht mehr vertraut.

 

Das Jahr 2019 brachte uns auch weitere Kandidaten für diese Liste – zumindest „Gemini Man“ und der neue „Terminator“ werden ihren Autoren sehr viel kosten. Der Verleih von diesen Filmen ist allerdings noch nicht abgeschlossen, deshalb sieht das Teufelsdutzend genau so aus. Mal sehen, mit welchen Kassenbomben sich die 2020er Jahre bei uns einprägen werden.

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